Silicon Valley und europäischer Datenschutz?

Was sagt man im Epizentrum der Digitalisierung zum Europäischen Datenschutz?

Vom 25ten bis zum 29ten April diesen Jahres fand die ZOHO Developer Conference in Pleasanton statt. ZOHO ist einer der weltgrößten Anbieter von Business-Software und setzt für alle seine Produkte ausschließlich auf Cloud-Lösungen. Ich hatte die Freude und das Vergnügen bei der Konferenz dabei zu sein und Themen der Datensicherheit und des Datenschutzes zu diskutieren.

Sicher in der Cloud

Der Cloud gehört die Zukunft

Sicherlich ist es nicht unbedingt überraschend, so etwas von einem Anbieter von Cloud-Diensten zu hören. Doch ist diese Aussage nicht auf die Teilnehmer dieser Konferenz beschränkt. Vielmehr steht sie für das vorherrschende Meinungsbild im gesamten Silicon Valley und der San Francisco Bay Area. Wer auch immer hier derzeit an etwas entwickelt – es ist natürlich eine Cloud-Lösung. Zumindest war dies die Standarard-Aussage, die man mir in meiner Zeit dort entgegenbrachte. Apps? Ja – natürlich auch. Jedoch immer in Verbindung mit einem Cloud-Dienst. Somit habe ich mir das Thema “Apps” einfach als Unterkategorie vermerkt.

Silicon Valley Stile

Datenschutz und Datensicherheit

So etwas wie eine allgemeine Haltung zum Datenschutz gibt es nicht. Das Meinungsbild hierzu variiert stark, je nachdem mit wem man spricht. Auf der einen Seite gibt es diejenigen, die die derzeitige Debatte in Europa (EU-Datenschutz-Grundverordnung, EU-US Privacy Shield) aufmerksam verfolgen und diese in einer Demokratie als notwendig und wichtig betrachten.

Auf der anderen Seite ist jedoch auch die Meinung vertreten, dass es der Job der Nachrichtendienste sei, uns alle vor terroristischen Aktivitäten zu schützen. Und dafür benötigen Nachrichtendienste eben Zugriff auf Kommunikationsdaten. Und überhaupt – so ein Befragter – der NSA ist doch keine Ausnahme. Auch innerhalb von Europa sind Nachrichtendienste auf Daten angewiesen – und besorgen sich diese auch. Das britische Government Communications Headquarter (GCHQ) überwacht mit seiner Initiative “Tempora” den weltweiten Kommunikations- und Datenverkehr. Die Frage, wieso hierzu von Europas Datenschützer so wenig zu hören sei, ist durchaus berechtigt. Wenn Mitglieder der EU spionieren wird das also stillschweigend toleriert und der NSA wird zum gleichen Zeitpunkt verteufelt.

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Der Veranstalter ZOHO hat im Übrigen einen unmissverständlichen Standpunkt: Gesetze sind zu würdigen. Aus diesem Grund speichert das Unternehmen die Daten seiner europäischen Kunden auch in Europa.